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Das Backfischfest in Miniformat
ALBISHEIM: Detailliebe bei Modellbahn-Börse
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Die Liebe zum Detail eint die N-Bahn Freunde. Das Wormser Backfischfest im Miniformat präsentierten die Gäste aus Worms bei der Modellbahn-Börse in Albisheim. —FOTO: STEPAN
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Es ist eine reine Männerwelt, die in der Pfrimmhalle in Albisheim am Samstagvormittag langsam Gestalt annimmt. Der jüngste Bastler ist zehn Jahre, der älteste 58 Jahre alt, sie alle eint ein Ziel: die Erschaffung ihrer eigenen Welt im Format Spur N, das will heißen, im Baumaßstab 1:160.
Die Spurbreite der Minieisenbahn, die hier aus einzelnen Modulen zusammengesetzt wird, ist neun Millimeter. An der Stirnseite der Halle ist um die Mittagzeit ein großer Teil der Anlage bereits aufgebaut, die Männer liegen unter dem Tisch, es tönt: „Herr Menke, verkehrt gesteckt!“ Den Vorwurf muss sich einer der N-Bahn Freunde Worms e.V. gefallen lassen. „Alle Stecker durchkucken!“ lautet die nächste Anweisung, denn damit die kleinen Züge über die Anlage rollen können, muss die volldigitale Steuerung funktionieren.
Das kleine Problem mit dem 12-Volt-Stromkreis ist bald gelöst, und wenige Minuten später kracht das erste Feuerwerk über dem Wormser Backfischfest im Maßstab 1:160. Das Fest aus der Heimatstadt des Vereins nachzubauen, war 2006 der Höhepunkt im Vereinsleben, berichtet Thomas Enders, der zweite Vorsitzende der N-Bahn Freunde. Erst im August wurde der Verein gegründet, allerdings entstand die Interessengemeinschaft bereits 2003, damals aus einem Freundeskreis von vier N-Bahn-Liebhabern. Maximal 33 Meter lang können die mittlerweile 23 Mitglieder ihre mobile Anlage aufbauen, die eigentlich nur einmal im Jahr der Öffentlichkeit präsentiert wird – beim Schautag im heimischen Worms. „In Albisheim sind wir zum ersten Mal als Gäste bei einer Modellbahn-Börse dabei“, so Enders. „Am Anfang einer solchen Anlage steht die Entwicklung einer einheitlichen Modul-Norm, nach der sich die Mitglieder richten müssen, wenn sie eigene Module beisteuern wollen. Die Norm regelt die Größe der einzelnen Bauteile, die Abstände und den Verlauf der Gleise.“
Manfred Thon, der mit Sohn Pascal nach Albisheim gekommen ist, hat beispielsweise drei Module bislang gebaut. Auf zwei davon steht der Zirkus Krone im passenden Maßstab 1:160, den Manfred Thon komplett selbst entwickelt hat. „So etwas kann man nicht kaufen, zumindest nicht in unserem Maßstab. Einzelne Figuren sind zu erhalten, aber beispielsweise das Zirkuszelt hat Thons Frau Brigitte selbst genäht, die Zirkuswagen sind auch alle in Handarbeit entstanden“, erzählt Enders. Viele der Ideen entstehen im Wohnumfeld der Mitglieder. So hat Benno Sahre aus Worms die Windräder auf der Herrnsheimer Höhe nachgebaut, sie überragend die Anlage um etwa 35 Zentimeter, blinken wie die Originale. Dem Betrachter der Anlage fallen vor allem die vielen Details ins Auge. Da tummeln sich drei Millimeter große gefleckte Schweine in einem Gehege eines Bauernhofs, auf dessen Dach wiederum ein Storch – maximal zwei Millimeter hoch – sein Nest gebaut hat und den Nachwuchs großzieht. „Die Detailverliebtheit ist etwas, das ein N-Bahn Freund in jedem Fall mitbringen muss“, sagt Enders. Ihre Liebe zum Detail lassen sich die Bastler natürlich einiges kosten, beispielsweise auch beim Bau des Wormser Backfischfestes. Alle Fahrgeschäfte wie Riesenrad, Riesenrutsche, aber auch die Verkaufsbuden wie dasSchwarzwaldhäusl, der Wonnegauer Weinkeller oder der original Wormser Backfischstand sind dort zu entdecken. Das Beste ist aber das Krachen und Leuchten des bislang einzigartigen Höhenfeuerwerks, das über dem Fest theoretisch alle sieben Minuten „abgebrannt“ werden kann. Das Fest erreicht man mit dem Zug – wie im echten Leben auch – über den Bahnhof Pfeddersheim, ebenfalls ein Unikat, das Thomas Enders aus Polystyrol- Platten selbst gebaut hat. „Das Gebäude kann man nicht kaufen, aber die Fenster und auch Tren bekommt man auf Modelleisenbahn-Börsen, wie hier in Albisheim“, gibt Enders einen Grund an, warum die N-Bahn Freunde die Veranstaltung in Albisheim unterstützt haben.
Organisiert hat die Börse Michael Günther aus Osthofen, der bereits seit 1998 auch die überregional bekannte Modellbahn-Börse Beindersheim auf die Beine stellt. „Zwar ist die Ausstellung zunächst ein Versuch, aber für 2007 haben wir bereits den 11. November als eventuelle Wiederholung anvisiert.“ (js)
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